Kombucha muss man selber machen können! Ob es die probiotische Wirkung, die tollen Farben des Kombuchas oder der komplexe süß-saure Geschmack ist: Es gibt so viele Gründe Kombucha zu lieben. Und wer sich verliebt, will seine Angebetete möglichst oft bei sich haben. Und bei Kombucha ist das ganz einfach – selber brauen.

Wie das Kombucha-Fermentieren geht, zeigen wir euch in diesem Beitrag. Eine Schritt für Schritt Anleitung zu eurem ersten eigenen Kombucha

Was ist Kombucha Tee?

Kombucha ist magisch. Er startet als Zucker-Tee, der dann mit der Hilfe eines sogenannten SCOBYs fermentiert wird (Manche nennen es auch Teepilz, aber ein Pilz ist es eigentlich nicht ist).

SCOBY ist ein Akronym und steht für „symbiosis of bacteria and yeast“, also „Zusammenschluss aus Bakterien und Hefen“.

Die Bakterien und Hefen nutzen den Zuckertee als Nährlösung. So wird aus einfachem Zuckertee, köstlicher, probiotischer Kombucha.

Der SCOBY – Ist er wirklich ein Pilz?

Scoby bzw. Teepilz liegt auf einer HandLasst uns über dieses glibberige Ding sprechen, was auf dem Bild ist. Seltsam oder? Eher bewundernswert.

Es gibt viele Theorien darüber, wieso die Bakterien und Hefen diese Art von Symbiose eingehen und dieses pilzartige Ding formen.  Eine besagt etwa, dass diese quallenartige Form zum einen zu viel Sauerstoff vom fermentierenden Tee abhält und ein spezielles Umfeld innerhalb des Glasbehälters schafft, welches die Fermentation beschleunigt.

Aber eigentlich ist es einfach die bequemste Form für die Bakterien und Hefen von Behälter zu Behälter zu wandern, so denken wir. 

Ist Kombucha gefährlich oder schädlich?

Etwas zuhause zu brauen, bedeutet auch immer: Weniger Hygiene. Natürlich hat man zuhause keine industrielle Küche und folgt irgendwelchen Sicherheits- und Hygieneprotokollen. Man gibt also sozusagen gefährlichen Keimen eine wunderbare Umgebung für Wachstum.

Aber kann deswegen Kombucha gesundheitsschädlich sein?

Hier die sehr gute Nachricht:

Kombucha ist ein Getränk mit einem sauren pH-Wert.

In so einem Milieu haben schlechte Bakterien & Keime keine Chance heranzuwachsen. Es ist von sich aus sicher.

Sogar Schimmel breitet sich nur sehr sehr selten aus, wir selbst haben es noch nicht erlebt. (Mehr zu Kombucha und Schimmel).

Es gibt Kombucha schon über 2.500 Jahre und es wurde stets in viel unhygienischeren Umgebungen als heute gebraut und es war immr sicher. Unter allen Verfahren zur „Haltbarkeitsmachung“ ist die Fermentation übrigens die Einzige, bei der es keinen belegten Fall von Vergiftung gibt.

Wir sind also komplett auf der sicheren Seite, vor allem wegen des sauren Milieus.

Wieviel Alkohol ist im Kombucha?

Kombucha kann bis zu 1,9% Alkohol enthalten, aber meistens unter 1,2%, also alkoholfrei deklariert wreden

Kombucha enthält nur wenig Alkohol, im Durchschnitt 0,5-1%

Kombucha enthält Alkohol.  Hohes C-Orangensaft auch. Das ist ganz natürlich und auch nicht schädlich.

Alkohol ist ein Nebenprodukt des Fermentationsprozesses. Kombucha hat meistens nicht mehr als ca. 1% Alkohol und ist natürlich begrenzt auf etwa zwei Volumenprozenten Alkoholgehalt.

Übrigens: In Deutschland gelten Getränke mit einem Alkoholgehalt von unter 1,2% als alkoholfrei. Also ist Kombucha quasi alkoholfrei. 

Menschen mit einem Hang zum erhöhten Alkoholkonsum sollten aber vielleicht doch aufpassen, wie etwa trockene Alkoholiker!

Meist hat der zuhause gebraute Kombucha einen etwas höheren Alkoholgehalt als der von uns unter strengen Kontrollen von Hand produzierte Kombucha Fairment.

Wo bekomme ich Kombucha Zutaten und Zubehör?

Wenn ihr nicht gerade in unserem Kombucha Online Shop die Zutaten und das Equipment holt (es gibt Kombucha-Sets!), dann könnt ihr den Tee in jedem Fachgeschäft holen. Glasware bekommt ihr zum Beispiel bei Ikea, wir empfehlen 5 Liter-Gläser. Ein Geschirrhandtuch werdet ihr hoffentlich haben. Ihr braucht noch ein Haushaltsgummi. Zucker werdet ihr wahrscheinlich auch vorrätig haben.

Einzige Schwierigkeit: Woher bekommt ihr den SCOBY? Ihr könnt bei uns einen biozertifizierten Kombucha Teepilz online kaufen oder aber mal bei Freunden fragen. Auch Kombucha Starterflüssigkeit bekommt ihr bei uns.

Entweder im Shop im Starter-Set oder einfach in dem ihr köstlichen Fairment-Kombucha kauft. Der ist nämlich roh und probiotisch. Ihr könnt ihn einfach nutzen, um eurem eigenen Kombucha einen kleinen Start-boost zu geben.

Kombucha machen – Ein Rezept Schritt für Schritt

Für euch brechen wir „Kombucha-machen“ in kleine Schritte runter. Es ist einfacher als ihr denkt und ein relativ klarer Prozess.

Sobald ihr einmal Routine drin habt, werdet ihr jede Woche vielleicht 30 Minuten investieren müssen um stets eine probiotische Erfrischung an der Hand zu haben. 

Was du zum Kombucha machen brauchst:

Zutaten:

  • 1 Liter Wasser – möglichst gefiltert
  • 70-80g Zucker – z.B. Rohrohrzucker
  • 8g Schwarztee – z.B: Darjeeling
  • 100ml Starterflüssigkeit – z.B. Fairment Kombucha
  • 1 SCOBY – Scoby online kaufen 

Zubehör:

  • Topf zum Teekochen
  • Behälter zum Fermentieren – Am besten Glas (2 Liter bis 5 Liter)
  • Ein engmaschiges Tuch zum Abdecken – z.B. saubere Geschirrtücher, Handtücher
  • Flaschen mit Verschluss
  • Trichter

Anleitung für Kombucha – In 8 Schritten zum Erfolg (Ca. 30 Minuten)

  1. Nahaufnahme von Grünteeblättern

    Qualitativ hochwertiger Grüntee

    Koche zuerst den Tee: Bringt Wasser im Topf zum Kochen. Löst den Zucker im Wasser durch stetiges umrühren auf. Werft den Tee ins Wasser (Teebeutel, Teekugeln machen sich einfach) und lasst den Tee gerne 5-10 Minuten ziehen. Entfernt den Tee und lasst die Zuckerteemischung abkühlen auf höchstens 30 Grad Celsius. Expertentipp: Ihr könnt das Abkühlen mit folgendem Trick beschleunigen. Kocht statt 1L einfach nur 600ml Wasser und verfahrt wie in dem Schritt beschrieben mit allen Zutaten für 1 Liter. Gebt dann nachdem Entfernen des Tees einfach die fehlenden 400ml kaltes Wasser hinzu. Das Mischverhältnis ist dann weiterhin gleich, aber der Tee relativ schnell kühl.

  1. kombucha-machen-impffluessigkeitFüge den „Starter-Kombucha“ hinzu: Oben haben wir geschrieben, dass in seinem Milieu keine Schadstoffe entstehen können. Daher nehmen wir etwas fertigen Kombucha und geben etwa 1/10 der Gesamtmenge unseres Brauvorgangs (hier 100ml bei 1L) hinzu. Der pH-Wert wird gesenkt und die beigegebenen Bakterien und Hefen werden deinem Scoby behilflich sein. Ein kleiner Energydrink also für den Scoby. So wie später Kombucha für euch!
  1. Scoby wird in Glas gelegtGieße das Gemisch in dein Glasgefäß zum Fermentieren und gib den SCOBY dazu: Die fertige Nährlösung (Zuckertee) könnt ihr in das gläserne Gefäß geben und den Scoby mit sauberen Händen hinzugeben. Jetzt verschließt ihr das Gefäß mit einem sauberen Tuch und nutzt zum Fixieren des Tuches am besten einfach ein Haushaltsgummi. So kommen keine nervigen Essigfliegen an euren Teepilz heran. 
  1. 7-10 Tage warten und probieren. Gut Ding will Weile haben. Etwa 7 Tage braucht der Kombucha bei Zimmertemperatur um zu reifen. Ab dem 5. Tag könnt ihr täglich einmal probieren um eine Geschmackskontrolle zu machen. Je länger ihr wartet, desto saurer wird euer Kombucha. Wir selbst fermentieren mindestens 10 Tage.Tipp: Es ist normal und sogar wünschenswert, wenn sich an der Oberfläche eures Kombuchas ein neuer SCOBY bildet. Es kann sein, dass euer Scoby übrigens unter der Wasseroberfläche schwebt oder sogar vertikal liegt. Das ist auch völlig normal, keine Sorge. Auch bräunliche Fetzen, die von eurem Scoby runterhängen sind normal, das sind einfach Hefestränge. Eure Fermentation läuft gut ab, wenn ihr solche Anzeichen habt.
  1. Nehmt den Scoby nach 7-10 Tagen wieder heraus: Wascht euch die Hände gründlich und hebt den Scoby aus dem fertigen Kombucha heraus und platziert ihn vielleicht kurz auf einem Teller. Später sollte er aber in ausreichend Kombuchaflüssigkeit in ein neues Gefäß wandern, wo er in seinem Hotel ruht sofern ihr nicht gleich neuen Kombucha ansetzt. Ihr solltet dieses Scoby-Hotel unbedingt verschließen. Fido-Gläser sind daher ideal. Falls sich der Scoby vermehrt hat, könnt ihr den neuen Scoby einfach von dem vorherigen lösen und verschenken oder einen zweiten Batch ansehen. 
  1. Euren fertigen Kombucha füllt ihr in Flaschen: Zapft euch die Starterflüssigkeit für euren nächsten Brauvorgang ab (Bei 1L waren es 100ml!) und gießt den Rest durch einen Trichter in eure Glasflaschen. Falls ihr den Kombucha geschmacklich anreichern wollt, könnt ihr jetzt Fruchtsäfte, echte Früchte oder Gewürze hinzugeben.
  1. Macht euren Kombucha richtig spritzig: Lasst euren abgefüllten Kombucha 1-3 Tage bei Raumtemperatur stehen. Er wird natürliche Kohlensäure entwickeln. Danach sollte er in den Kühlschrank wandern. Auch wenn Glas sicher das beste Material für eure Kultur ist, könnt ihr auch Plastikflaschen nutzen. Kombucha kann explosiv sein dank der Kohlensäure. Plastikflaschen dehnen sich aus und ihr könnt ein Gefühl bekommen für die Vorgänge. Euer Kombucha ist im Kühlschrank mindestens 1 Monat haltbar. 
  1. Macht frischen Kombucha: Wascht euer Behältnis. Nehmt einen eurer SCOBYs und die Starterflüssigkeit und fangt von vorne an. Viel Erfolg! 

6 Tipps für besseren Kombucha

  1. Wie man das Gefäß richtig abdeckt: Nutzt kein zu grobmaschiges Material. Geschirrtücher sind klasse und auch Küchenrolle. Nutzt unbedingt ein Gummi um das Tuch oder das Papier zu fixieren. Sonst krabbeln die Gärfliegen einfach von unten in das Gefäß.
  2. Mehr Kombucha brauen: Nutzt größere Gefäße. Behaltet aber das Verhältnis wie im Rezept angegeben einfach bei. Beachtet auch, dass größere Mengen Kombucha auch mal länger dauern können.
  3. Ruhepause für den SCOBY: Ihr fahrt in den Urlaub? Der Scoby kann sich wunderbar einige Wochen in normalem Kombucha halten. Der wird dir zwar nicht mehr schmecken, weil er zu essighaltig wird, aber deinem Scoby geht es gut. Verschließe das Gefäß am besten richtig, wenn du den Fermentationsprozess stoppen willst. Ohne Sauerstoff ruht dein Scoby.
  4. Andere Tee-Optionen: Ihr könnt nicht nur mit Schwarztee arbeiten. Auch wenn euer Teepilz diesen Tee liebt. Von echtem Tee könnt ihr auch grünen Tee, weißen Tee oder Oolong wählen. Aber auch Kräutertees wie Hibiskus funktionieren. Es sollte aber immer ein Großteil echter Tee sein (Also von der Teepflanze), da die enthaltenen Stickstoffe die Nährstoffe für euren SCOBY bilden. Lasst die Finger von zu öligen Tees oder Tees mit künstlichen Aromen.
  5. Der richtige Aufbewahrungsort: Bewahrt eure Gefäße unbedingt außerhalb der direkten Sonneneinstrahlung auf. Also keine Fensterbank! Die guten Bakterien mögen es dunkel und warm.
  6. Seid vorsichtig mit eurem SCOBY: Vermeidet Kontakt zu Metall. Er färbt sich nicht nur geschmacklich ab sondern reagiert mit eurem Scoby und schadet ihm. Eine Ausnahme ist rostfreier Edelstahl.

Wenn ihr zum Kombucha Meister werden wollt, schaut euch auch dieses Kombucha FAQ an.

Traut euch und sammelt Erfahrungen! Ihr habt noch Fragen? Dann schreibt sie jetzt in die Kommentare!